Getränke besser aus Glas- statt aus Kunststoffflaschen zu trinken, das sollte sich mittlerweile herum gesprochen haben. Die Kunststoffflaschen sind zwar leichter, die gesundheitlichen Nachteile wiegen dagegen schwerer! Aber warum machen sich die meisten keine Gedanken, wenn sie bedenkenlos in Kunststoff eingeschweißte Wurst oder Käse, Backwaren in Plastiktüten oder in Styroporschalen verpackte Fleischwaren einkaufen?
Hochverarbeitete Fertigprodukte sind schon ungesund genug, weil sie nichts mehr gemein haben mit naturbelassenen Lebensmitteln und damit unseren Organismus hoffnungslos überfordern. Wenn diese Produkte dann auch noch in Verpackungen in den Handel kommen, die gesundheitsschädliche Lebensmittelkontaktchemikalien (sog. FCC – food contact chemicals) an die Nahrungsmittel abgeben, dann wird es wirklich heikel.
Die Stiftung „Forum für Lebensmittelverpackungen“ in Zürich untersucht diese FCCs, Kunststoffbestandteile, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen und deren Qualität beeinträchtigen. Bekannt sind über 15000, von denen ca. 12000 (!) in der Nahrungsmittel-Industrie eingesetzt werden!
Ein Teil dieser FCCs gelangt schon bei der Herstellung der Fertigprodukte aus Kunststoffbeschichtungen von Abfüllvorrichtungen, Vorratsbehältern und Rohrsystemen in die Nahrungsmittel. Gravierend wird dieser Kontakt, wenn die Fertigprodukte zur Pasteurisierung in der Kunststoffverpackung höheren Temperaturen ausgesetzt werden.
Besonders heftig ist dieser FCC-Kontakt, wenn die Fertigprodukte direkt in der Verpackung zuhause in der Mikrowelle erhitzt werden!
Die Liste der Kunststoffverpackungen ist so lang wie der Einfallsreichtum der Nahrungsmittelindustrie. Becher, Plastikflaschen, Quetschflaschen, Frischhaltefolien oder Folientüten – sie alle geben FCCs ab.
Darum ist mir die Folienverpackung von frischen Bioprodukten ein Rätsel.
In Studien konnte u.a. die hormonelle Wirkung von FCCs wie Biphenole oder Phthalate nachgewiesen werden, die nicht nur bei Frauen zu Zyklusstörungen und Fehlgeburten führen können. Offensichtlich können die FCCs auch für die Bildung von hormonabhängigen Krebsarten in Mamma und Prostata verantwortlich sein.
Nun möchte ich hier nicht den Teufel an die Wand malen und den Eindruck erwecken, als wirkten die in Kunststoff verpackten Nahrungsmittel wie Rattengift.
Aber eines sollte jedem klar sein, daß die Kombination von hochverarbeiteten Fertigprodukten und deren Kunststoffverpackung eine unheilvolle und toxische Allianz bedeutet!
Mein eigentlich überflüssiger Rat:
Essen Sie so oft wie möglich frische und nicht in Kunststoff verpackte Lebensmittel – und das nicht nur der Umwelt zu liebe!
