Auf eine wahrlich skurile Idee sind aufgrund einer umfangreichen Metaanalyse Forscher der Cholesterol Testament Trialist´s Colaboration gekommen, um die angeblich unverzichtbare Anwendung der Statine bei dem hohen Herz-Kreiskaufrisiko in der Bevölkerung zu erhöhen.
Grundlage der Studie war die Einnahmeverweigerung vieler Patienten aufgrund der im Beipackzettel aufgelisteten diversen Nebenwirkungen. Deshalb empfiehlt man allen Ernstes künftig einfach die meisten der Nebenwirkungen nicht mehr zu erwähnen. Begründet wird diese Empfehlung mit den Ergebnissen der Metaanalyse, anhand derer viele der Nebenwirkungen nicht sicher auf die Statine zurückzuführen seien und ohnehin viel seltener vorkämen, als angegeben.
Mit anderen Worten, was ich nicht weiß macht mich nicht heiß und wird schon nicht vorkommen. Damit unterstellt man aber auch, daß viele Patienten nur deshalb die Nebenwirkungen spüren, weil Sie sie schon erwartet haben.
Von 66 (!) in den Beipackzetteln der Statine aufgelisteten Nebenwirkungen sollen nur 5 statistisch relevant sein. Das sollen neben den stets vorkommenden Muskelbeschwerden vor allem Leberschäden (erhöhte Leberwerte), Nierenschäden (Eiweißverlust über den Urin) und Ödembildungen im Körper sein. Und das soll dann nicht abschrecken?
Die von mir seit Jahrzehnten regelmäßig beobachteten Magen- und Darmbeschwerden incl. Mikrobiomveränderungen unter Statinen finden hier keinerlei Erwähnung.
Ebenso wird nicht beachtet, wie viele Patienten meist unter dem Druck der Kardiologen und vielleicht auch aus Angst Statine versuchten und wegen erheblicher Nebenwirkungen wieder abgesetzt haben – statistisch relevant oder nicht!
Mein Rat:
Hier haben wir wieder ein Beispiel in der Medizin dafür, daß Sie bei weitem nicht alles glauben dürfen. Wir alle kommen nicht umhin sich selbst genau zu informieren, nachzudenken und im Zweifel den Ratschlägen nicht zu folgen.
