Feiertage für uns sind nicht selten Straftage für unser Darmmikrobiom. Häufigere und üppigere Mahlzeiten bei deutlich weniger Bewegung führen regelmäßig zu einer Nährstoffüberfrachtung des Darmes – ein im wahrsten Sinne des Wortes gefundenes Fressen für Gär- und Fäulniskeime. Denn diese profitieren von dem überhöhten Angebot an Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten, während unsere gewünschten Kulturen in erster Linie von Ballaststoffen aus Obst und Gemüse leben. Und so nimmt die Fehlbesiedlung mit Gasbildnern ihren beklemmenden Lauf. Was meinen Sie wohl, warum so viele Menschen in dieser Zeit neben dem Übergewicht auch einen quälenden Blähbauch und ein unangenehmes Völlegefühl beklagen?

Zum Thema Gewichtsregulierung nach den Festtagen gibt es viele Studien. Eine aktuelle des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung“ (DIfE) befaßt sich mit dem Intervallfasten, wobei mit der Regel 16/8 innerhalb von acht Stunden alle Mahlzeiten eingenommen werden. Das Ergebnis war laut Studienergebnis etwas ernüchternd, weil die leichte Gewichtsreduktion nicht durch das Intervall, sondern lediglich durch die etwas geringe Kostmenge erklärt werden konnte. Personen, die nur acht Stunden für ihre Mahlzeiten zur Verfügung haben, essen offensichtlich insgesamt etwas weniger.

Hätte man in dieser Studie aber parallel die Veränderungen im Mikrobiom gemessen, wäre man zu einem sehr viel erfreulicheren Ergebnis gekommen.
Denn mit dem Intervall von 16 Stunden hat der Dünndarm die Chance, einmal in Ruhe die vorherige Kost gründlich und komplett zu verdauen, ohne schon nach wenigen Stunden erneut mit Nachschub belastet zu werden. Durch diese intensivere Nahrungsmittelverarbeitung bleiben nur wenige Nährstoffe für Gär- und Fäulniskeime im Dickdarm übrig und das Mikrobiom hat die Chance sich wieder zu regulieren.
Das ist der wahre Gewinn des zumindest vorübergehenden Intervallfastens.

Mein Rat:

Genießen Sie die Festtage und lassen Sie es sich gut gehen, aber denken Sie auch ein wenig an Ihr Mikrobiom – zumindest nach den Festtagen. Ihr Gewicht wird sich vermutlich wieder regulieren, aber ganz gewiß Ihr Mikrobiom!