Gesunde Zähne bewahren uns nicht nur vor gemeinen Zahnschmerzen, sondern auch vor massiven Verdauungsproblemen. Sollte der dumme Vorschlag des der CDU nahestehenden Wirtschaftsrates tatsächlich aus angeblicher Kostenersparnis umgesetzt werden, dann werden nicht nur die Kosten für die Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen explodieren, sondern auch die für viele Folgeerkrankungen im Sinne von „Darm krank – alles krank“!

Wer die Kosten für Zahnbehandlungen und Zahnersatz nicht tragen kann, wird dank eines schadhaften Gebisses schlechter kauen. Das wird über kurz oder lang einerseits das Immunsystem belasten, weil Entzündungen der Mundschleimhäute im Sinne einer chronische Paradontitis Bakterienkulturen entstehen lassen können, die u.U. Herzerkrankungen auslösen. Zum anderen wird ganz sicher schlechtes Kauen den Magen und Darm überfordern. Die Mundhöhle und das Gebiß bilden immerhin den Beginn des Verdauungstraktes. Je besser wir die Speisen kauen und einspeicheln, um so leichter haben es die angeschlossenen Organe.

Nun werden Sie sich vielleicht fragen, warum das aber dazu führen kann, daß der ganze Organismus darunter leidet und man aufgrund diverser Störungen häufiger kostenaufwendige Behandlungen in Anspruch nehmen muß.

Das möchte ich Ihnen an einem sehr einfachen und einleuchtenden Beispiel vor Augen führen. Nehmen wir ein durchaus gesundes Müsli zum Frühstück, bestehend aus rohen kernigen Haferflocken und Nüssen, die kurz vor dem Verzehr mit Milch oder Hafermilch übergossen werden. Sie werden zugestehen, daß hier vor dem Abschlucken gehörige Kauarbeit erforderlich ist. Geschieht das nicht oder nur unvollständig, wird das Müsli recht lange im Magen liegen bleiben, schon langsam vor sich hin gären, bevor es noch immer recht grob in den Dünndarm gelangt. Da leider weder Magen noch Darm über Kauwerkzeuge verfügen, müssen die mühsam und zeitraubend die grobe Nahrung biochemisch mit sogenannten Enzymen zerkleinern – und sind damit oft überfordert. Wer damit nicht überfordert ist, das sind diverse Gär- und Fäulniskeime, die normalerweise in begrenztem Maße in unserem Mikrobiom leben und sich nun kräftig vermehren können. Bei 37 Grad Brutschranktemperatur freuen sich die Gärbakterien und Hefen über schlecht verdaute Kohlenhydrate aus dem Müsli und Fäulniskeime wie Clostridien oder Klebsiellen über das erhöhte Angebot an Fetten und Eiweißen aus den Nüssen. So entwickelt sich ein zunehmend krankmachender, gasbildender Gär- und Fäulnisprozeß. Die dabei entstehenden toxischen Substanzen gelangen in unsere Blut- und Lymphbahn und überfordern alsbald unsere Leber, sodaß zunehmend alle Organe belastet werden – Darm krank – alles krank nimmt seinen Lauf.
Muskel- und Gelenkbeschwerden führen zum Rheumatologen oder Orthopäden, chronische Kopfschmerzen und Nervenstörungen beschäftigen den Neurologen, chronische therapieresistente Erschöpfung löst hohe Kosten in der internistischen Behandlung aus, und so weiter und so weiter!

Das wäre ganz sicher die Konsequenz. Fragwürdige Kostenersparnis beim Zahnarzt würde bei vielen sozial Schwächeren zu steigenden Behandlungskosten in vielen Bereichen der Medizin führen.

Mein Rat an die Politik und Wirtschaft:

Erst nachdenken, sich über komplexe Zusammenhänge informieren und dann einmal mehr festzustellen, daß alle Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen am Ende immer zu Mehrkosten geführt haben!